Politischer Aschermittwoch in Thierhaupten: SPD zeigt Kampfgeist

23. Februar 2026

Thierhaupten. Volles Haus im historischen Kloster Thierhaupten: Vor rund 120 Gästen aus dem gesamten Landkreis Augsburg hat die SPD beim politischen Aschermittwoch 2026 ein starkes Zeichen gesetzt. Landratskandidat Fabian Wamser blickte in einer kämpferischen Rede auf die politische Konkurrenz und präsentierte konkrete Forderungen für Gesundheit, Wohnen, Mobilität und Ehrenamt. Die Landesvorsitzende Ronja Endres nahm Markus Söder und die CSU ins Visier und plädierte für mehr Frauen in der Politik. Die Botschaft war eindeutig: Die SPD ist kampfbereit, geschlossen und entschlossen, Verantwortung für den Landkreis Augsburg zu übernehmen.

Starkes Signal trotz rechter Drohungen

Der Ortsvereinsvorsitzende der SPD Thierhaupten und Cheforganisator Christoph Holtermann eröffnete die Veranstaltung vor überwältigender Kulisse. Trotz Hinweisen auf das Auftreten rechter Störer ließ sich die SPD nicht einschüchtern. "Wir lassen uns nicht abhalten. Wir stehen für Demokratie, Zusammenhalt und klare Kante gegen Rechts", betonte Holtermann. Mit Gästen aus Bundestag, Landtag, Bezirks- und Kreistag, befreundeter Kommunalpolitik, Gewerkschaften, Vereinen und den Jusos zeigte sich die ganze Breite sozialdemokratischer Verankerung im Landkreis.

Fabian Wamser: Wenn der FCA in München gewinnen kann, kann hier auch ein Sozi Landrat werden!

In seiner kämpferischen Aschermittwochsrede ließ SPD-Landratskandidat Fabian Wamser keinen Zweifel daran, worum es geht: Er will gestalten - nicht verwalten. Mit scharfem Witz, klarer Analyse, deutlichen Worten, aber auch einer gewissen Selbstironie zu sich und der SPD, nahm sich Wamser auch die politische Konkurrenz vor:

CSU ohne Wahlprogramm: "Frag net so bled"

"Wer wissen möchte, welche Themen die CSU im Landkreis Augsburg angehen will, der hat ein Problem", so Wamser. Eine Google-Suche nach einem CSU-Wahlprogramm Augsburg-Land verlaufe ergebnislos. In Ermangelung verfügbarer Quellen bleibe nur das Wahlplakat: "Erfahrung die zählt, Vertrauen, das bleibt" übersetzte Wamser auf gut schwäbisch mit: "Frag net so bled, lass es einfach so.“

Besonders scharf kritisierte Wamser die CSU-Staatsregierung, die Kommunen finanziell im Stich lässt. "Allein im Landkreis Augsburg fehlen jährlich 16 Millionen Euro, die für staatliche Aufgaben aufgewendet werden, ohne dass der Freistaat sie refinanziert - Geld, das Schulen, Kliniken und der Nahverkehr dringend bräuchten." Seine pointierte Kritik: "Wer sich vielerorts mit Netzwerken nach München und Berlin brüstet, muss am Ende auch liefern - und nicht nur Videos mit Söder posten."

Freie Wähler: Kein Kandidat, kein Programm

In Richtung der Freien Wähler zeigte sich Wamser enttäuscht: "Gerne hätte ich mich mit euch auseinandergesetzt. Jedoch: weder ein eigener Landratskandidat noch ein inhaltliches Programm waren zu finden." Seine Bewertung fiel deutlich aus: "Nicht antreten, nichts versprechen und trotzdem gewählt werden wollen - das ist schon eine sportliche Bewerbung."

Grüne vergessen zentrale Gesundheitsthemen

Auch die Grünen bekamen ihr kleines Fett weg: Deren 20-seitiges Wahlprogramm - ironischerweise mit dem Dateinamen "finalfinal.pdf" - enthalte "kein Wort zur Kreisklinik, kein Wort zu Medizinischen Versorgungsstrukturen, kein Wort zum Haus- und Fachärztemangel". Während es detaillierte Ausführungen zu Klimaschutz und Biotop-Netzwerken gebe, fehle das zentrale Thema Gesundheitsversorgung außer einem allgemeingültigen Satz fast vollständig. "Gesundheit ist keine Nebensache. Gesundheit ist Daseinsvorsorge", betonte Wamser.

Klare Kante gegen Rechts

Zur AfD fand Wamser deutliche Worte: "Spaltung, Hetze und Pöbeleien lösen keine Probleme. Der Landkreis Augsburg lebt von Zusammenhalt – und braucht eine Spalter."

Der SPD-Plan für den Landkreis Augsburg

Nach der spitzen Abrechnung mit den Mitbewerbern präsentierte Wamser konkrete Forderungen: Kommunale medizinische Versorgungsstrukturen mit einer neuen Kreisklinik im Zentrum für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung, eine aktivere kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbares Wohnen, bessere Taktung im öffentlichen Nahverkehr und eine Servicestelle Ehrenamt im Landratsamt. „Wir haben einen klaren Plan für den Landkreis", betonte er. „Wir wollen Verantwortung übernehmen – nicht nur reden, sondern handeln."

Ronja Endres: Rückenwind aus ganz Bayern

Die Landesvorsitzende der BayernSPD Ronja Endres stellte klar: SPD-geführte Städte und Landkreise funktionieren - sozial, wirtschaftlich und zukunftsorientiert. Mit Beispielen aus ganz Bayern zeigte sie, dass sozialdemokratische Politik bezahlbaren Wohnraum schafft, Kommunen stärkt und Zusammenhalt organisiert. Gleichzeitig rechnete sie scharf mit der CSU-Politik ab, die Kommunen finanziell aushungert und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diffamiert. Besonders eindringlich ihr Appell: "Mehr Demokratie heißt mehr Mitsprache. Und es heißt: mehr Frauen in Verantwortung!"

Ronja Endres und Fabian Wamser
Ronja Endres, Landesvorsitzende der BayernSPD und Fabian Wamser, Landratskandidat der SPD Augsburg-Land (Foto: Chrisi Exnar-Ribsam)

FCA-Analogie als emotionales Finale

Mit einem emotionalen Finale schloss der SPD-Landratskandidat Fabian Wamser seine Rede: Könnte ein SPD'ler im Landkreis Augsburg Landrat werden, fragte Wamser die gut 120 Gäste. Seine Antwort: "Wenn der FCA in München drei Punkte holen kann, dann kann hier auch ein SPD'ler Landrat werden!" Unter großem Applaus wurden Ronja Endres und Fabian Wamser von dem vollen Saal verabschiedet.

SPD Thierhaupten / SPD Augsburg-Land
Freundschaft. Glück auf.

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